Bücher:
https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Die-Psyche-des-Homo-Digitalis/Johannes-Hepp/Koesel/e606027.rhd
https://www.amazon.de/Gesellschaft-ohne-Gnade-Psychoanalytische-philosophische/dp
Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=_NDXAn-2WLQ
https://www.youtube.com/watch?v=NhQhmXO4Xpw
https://www.youtube.com/watch?v=_NDXAn-2WLQ
DIPL.-PSYCH. JOHANNES HEPP
Jahrgang 1969, verheiratet, zwei Söhne
1991- 1994 Studium der Philosophie in Brazzaville und München
1995-2000 Diplomstudiengang Psychologie an der Kath. Univ. Eichstätt
1997-1999 Logotherapie-Ausbildung (humanistisches Verfahren nach Viktor Frankl)
2000-2001 Internship am Personality Disorders Institut unter Leitung von Prof. Otto Kernberg New York Hospital, Cornell Univ. (TFP)
2001-2014 Tätigkeit als freischaffender Künstler (Mixed Media, vertreten durch Galerie Poller, NYC und Frankfurt)) und als Fotojournalist (u.a. für die Süddeutsche Zeitung) in Buenos Aires, New York und München
2007-2010 Systemische Paar- und Familientherapie, Gesellschaft für Systemische Therapie und Beratung (GST), München
2010-2011 Psychosomatische Klinik, Klinikum Harlaching, Station für Borderline-PS
2013-2020 Psychologischer Sachverständiger für Familienrecht, Gesellschaft für wissenschaftliche Gutachten (GWG), München
2014 - 2015 Kompetenz-Zentrum Sucht, Bezirksklinikum München Ost
2010-2015 Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten am Centrum für integrative Psychotherapie (CIP) in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (Approbation 2015) - und Psychoanalyse (i.A.) -
seit 2015 Tätigkeit in eigener Praxis in München und als Autor
2022 erschien Die Psyche des Homo Digitalis - 21 Neurosen, die uns im 21. Jahrhundert herausfordern im Kösel Verlag / Penguin Random House und als Hörbuch im Lagato Verlag
Seit 2023: Lehrtätigkeit an der HMU Potsdam und HMU Erfurt
Der Münchner Psychologe und Psychotherapeut Johannes Hepp zeigt in seiner fundierten Analyse, was uns im Zuge der rasant voranschreitenden Digitalisierung neurotischer werden lässt, wie wir uns dieser Entwicklung bewusst werden und gegensteuern können. In den drei Teilen Liebe, Arbeit und Sinn stellt Hepp dazu 21 Neurosen des 21. Jahrhunderts vor. Er spannt dabei einen weiten Bogen von Internet- und Online-Sexsucht, Beziehungsängsten und wachsender Einsamkeit (trotz globaler Vernetzung), von der Dating- und Profilneurose über Erziehungswettstreit und krank machenden Perfektionismus, Selbstoptimierungs- und Einzigartigkeitszwängen bis hin zu Ewigkeitsversprechen der Altersforschung und neuen Datenreligion. Damit wir diesen schwindelig machenden Tendenzen entgegenwirken können, liefert der Autor mit diesem wichtigen Buch für unsere Turbozeit aus Bits und Bytes eine scharfsinnige, aber auch hoffnungsfrohe und humorvolle Auseinandersetzung. Durch konkrete Hinweise, persönliche Erfahrungen und Beispiele aus der psychotherapeutischen Praxis hilft Hepp dabei, unsere psychische Widerstandskraft gegenüber den automatisierten Manipulationen in Internet, Smartphone und Co. zu stärken und heil durch den digitalen Dschungel zu finden.
Was motivierte Sie, dieses Buch zu schreiben?
Ich erlebte in der Praxis, dass mich immer mehr Patient*innen nach einem Buch fragten, das nicht nur einen Teilaspekt der digitalen Revolution oder eine spezifische Gegenwartsneurose behandelt. Also habe ich versucht, ein Buch zu schreiben, das einen umfassenden Blick auf unsere Zeit und unsere Sorgen und Nöte bietet, inmitten dieser vierten industriellen Revolution. Ein Buch, das all die vielfältigen Hintergründe für die Belastungen so erklärt, dass der Weg heraus selbsterklärend wird. Eine psychologische Zeitanalyse als Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen.
Was macht den Homo Digitalis im Kern aus?
Ich vermute, wir haben dieselben alten Sehnsüchte und Urängste, wie sie der Homo sapiens immer schon hatte: ein würdevolles Dasein mit genug für alle, Liebe und Geborgenheit, eingebettet in eine Gemeinschaft, mit ausreichend Anerkennung und irgendeiner Form von Expertise. Doch wir verlieren diese zentralen Sehnsüchte und Bedürfnisse aus dem Blick, weil wir unentwegt auf Displays starren und uns mit der ganzen Welt vergleichen. Zeitgleich werden zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte die Ressourcen des Planeten knapp. Und schon immer war die Vernunft das Bindeglied, um gemeinschaftlich, entschlossen und klug zu handeln. Also versuche ich mit meinem Buch die Vernunft zu stärken.
Was raten Sie uns im Umgang mit der Digitalisierung?
Weniger auf Displays und mehr in Augen schauen. Weniger googeln und mehr nachdenken. Weniger chatten und mehr umarmen. Weniger eintippen und mehr erkunden. Mehr auf der Parkbank hocken und weniger zocken. Weniger kommentieren und lamentieren, sondern mehr selbst erleben und selbstwirksam dirigieren, das eigene Leben selbstbestimmt führen. Mehr Begegnungen mit leibhaftigen Menschen, echten Tieren und der heilsamen Natur – und nicht alles nur vom Hörensagen her kennen und als stille Post weiterleiten. Und einen Sinn im Leben finden, jenseits aller Rankings und des Online-Angebens – und mein Buch lesen natürlich.
Copyright Foto: Julia Schärdel